Geistlicher Impuls von Nuntius Eterovic an die Hörer von Radio Horeb

Berlin, 30. November 2023

Heiliger Apostel Andreas

Liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Horeb,
liebe Schwestern und Brüder!

Die Kirche feiert heute freudig das Fest des heiligen Apostel Andreas, des Bruders von Simon Petrus, des ersten der Apostel. Am heutigen Festtag wenden wir uns nach Osten, nach Konstantinopel, dem heutigen Istanbul und beten um die Einheit der Kirche in der Brüderlichkeit von Petrus und Andreas, von Jakobus und Johannes. Beide Brüderpaare hören im heutigen Evangelium den Ruf des Herrn Jesus und verlassen Heimat und Beruf, um Ihm zu folgen. Allein Petrus und Andreas vernehmen außerdem die Worte: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen“ (Mt 4,19). Dieses göttliche Wort ist gleichsam eine Überschrift über den apostolischen Dienst dieser beiden Apostel Petrus und Andreas, so dass wir sagen können: wir feiern heute das Fest des heiligen Menschenfischers Andreas und gedenken seiner Nachfolger als Patriarchen von Konstantinopel, dem wie seinem geistlichen Bruder in Rom, dem Nachfolger des heiligen Menschenfischers Petrus, dem Papst, unserem Heiligen Vater Franziskus anvertraut ist, Zeugnis für Jesus Christus abzulegen, sein Leiden und seinen Tod zu verkünden und seine Auferstehung zu bezeugen. Dieser Glaube, der sich im Apostolischen Glaubensbekenntnis niederschlägt und vor allem im Großen Glaubensbekenntnis entfaltet, bekennt vom Herrn Jesus, dass er „für uns Menschen und zu unserem Heil“ Mensch geworden ist, Leid und Tod auf sich nahm und von den Toten auferweckt wurde. Das Glaubensbekenntnis ist somit wie ein Netz der apostolischen Menschenfischer. Es ist nicht wie ein Fischernetz, sondern eher wie ein Sicherheitsnetz. Das apostolische Netz fängt nicht ein, sondern bewahrt vor Unheil und fängt auf. „Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden“ (Röm 10,13). Es ist der Auftrag des Herrn Jesus an die Apostel, den Menschen das Heil bekannt zu machen, das rettet.

Was das bedeutet, können wir wiederum am heiligen Andreas sehen, der nach den Worten des Johannesevangeliums seinem Bruder Petrus berichtet, er habe den Messias gefunden, den Christus. „Und er führte ihn zu Jesus“ (Joh 1,42). Der Dienst des Menschenfischens ist als apostolischer Dienst ein Hinführen zum Heiland der Welt, zum Hirten der Seelen, zum Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt. Die Kirche wächst und gedeiht, wenn der apostolische Fischerdienst Menschen auffängt und sie dazu befähigt, mit der Gnade Gottes eifrige Zeugen Jesu Christi und treue Missionare Seines Evangeliums zu werden, wie es Papst Franziskus immer wieder betont. Im apostolischen, wie auch im christlichen Leben überhaupt ist das Zeugnis kein Menschenwerk, sondern wahrhaftiger Gottesdienst. Dieser Dienst muss ein Spiegel des Wirkens Christi sein, der dem göttlichen Vater gehorsam bis zum Tod war (vgl. Phil 2,8) und der von sich sagt, nichts aus sich selbst heraus zu tun, „weil ich nicht meinen Willen suche, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 5,30).

Liebe Schwestern und Brüder, die Apostel wurden gesandt, Christusboten zu sein, d.h. die Rettung zu verkünden, die Er gebracht hat. Das ist heute eine große Herausforderung, nicht nur für die Nachfolger der Apostel. Sie sind gesandt, Christus zu Gehör zu bringen und seine Botschaft zu sagen. Ohne diesen Dienst bleiben die Fragen des heiligen Apostel Paulus aus der heutigen Lesung: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündet?“ (Röm 10,14). Wir wissen, dass die überzeugendste Sprache und Verkündigung die Liebe ist. Wenn Jesus Christus für uns gestorben und auferstanden ist, dann tat er dies aus Liebe. Das Geheimnis Christi ist der Abglanz der Liebe, die Gott ist (vgl. Joh 4, 7.16). Und von dieser Liebe geben die Apostel Zeugnis bis zum Tod. Der heilige Apostel Andreas tat dies am Gabelkreuz und war auf diese Weise bis zum Ende ein glaubwürdiger Menschenfischer, der Zeugnis von der Botschaft gab, die der heilige Johannes, der Bruder des Jakobus, aufgeschrieben hat: „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm“ (1 Joh 4,16). Amen.

Zurück