11 08 28 Grußwort von Nuntius Périsset bei der Bischofsweihe von Domkapitular Wolfgang Ipolt

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Grußwort
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei der Bischofsweihe von Domkapitular Wolfgang Ipolt

Kathedrale St. Jakobus zu Görlitz, 28. August 2011



Sehr geehrter, lieber Herr Bischof Wolfgang!

Mit der Überreichung der päpstlichen Bulle, die Ihre Berufung auf den bischöflichen Stuhl von Görlitz zum Inhalt hat, werden die letzten Schritte eingeleitet, der zahlenmäßig kleinen, aber glaubensmäßig starken und treuen Diözese Görlitz einen neuen Oberhirten zu geben.

Der Wappenschild des Ihnen von heute an anvertrauten Bistums verweist zunächst im oberen Teil auf die frühere Zugehörigkeit zum Erzbistum Breslau und auf die Zentren des heutigen Bistums, auf Görlitz und Neuzelle. Die Brücke über dem Wappen der Bistumspatronin, der heiligen Hedwig, rückt einen besonderen Auftrag des Bistums in den Blick: Sie ist Zeichen der Verbundenheit zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk, sie ist Auftrag zur Verständigung unter dem Schutz der heiligen Hedwig.

Dieser Wappenschild kann - wenn Sie so wollen – darüber hinaus als eine Art satellitengesteuertes seelsorgliches Navigationsgerät gedeutet werden. Die Brücke, die eine paradoxe Beziehung zwischen oben und unten im Wappen ermöglicht, bedeutet die lebendige Tradition der Ortskirche. Es geht nicht nur darum, ein historisches Erbe anzutreten – zusammen mit den Priestern und allen Gläubigen -, sondern auch die geistige Treue zu den christlichen Werten konkret zu bewahren, die im Leben der heiligen Hedwig, aufstrahlen.

Als Oberhirte des Bistums Görlitz – lateinisch: „Pontifex“: „Brückenbauer“ – nehmen Sie, lieber Herr Bischof Ipolt, dieses Erbe wahr. Als treuer und gewissenhafter Verwalter der Gaben Gottes werden Sie mit Gottes Gnade und der Hilfe Ihres Presbyteriums, sowie engagierter Diakone und Laien, dieses Erbe wachsen lassen, auf dass Sie einst das Wort des Herrn hören können: „Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen. … Geh ein in die Freude deines Herrn“ (Mt 25, 23).

Bevor Sie heute die Leitung des Bistums Görlitz aus den Händen des Diözesanadministrators Herrn Dompropst Prälat Hubertus Zomack übernehmen, möchte ich Ihnen, Herr Prälat, in aller Namen herzlich für das Engagement danken, mit dem Sie während der ja nicht kurzbemessenen Sedisvakanz das Bistum mit Umsicht geleitet haben. Lieber Herr Prälat, in diesem außerordentlichen Amt haben Sie ja schon Erfahrung. Der Nuntius in Berlin hatte keine Sorge um Görlitz, auch wenn er versuchte, das Verfahren der Bischofsernennung zügig zum Abschluss zu bringen.

Ihnen allen, Brüder und Schwestern, die Sie zu dieser Feier gekommen sind, und besonders den Gläubigen der Diözese Görlitz wünsche ich eine gottgesegnete reiche Zukunft unter der Leitung Ihres neuen Bischofs und mit seinem Presbyterium, auf dass für Sie immer mehr wahr wird, was im Gebet für den eigenen Bischof in die Bitte gefasst ist, dass „er das Volk, das du Herr, ihm anvertraut hast, gewissenhaft führt und die Kirche von Görlitz auferbaut als Zeichen des Heils für die Welt“.