12 09 03 Dankadresse von Nuntius Périsset an den Bundespräsidenten im Rahmen der Informationsreise des Diplomatischen Corps nach Sachsen 2012

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Dankadresse
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
im Namen der Missionschefs des Diplomatischen Corps und der Internationalen Organisationen
im Rahmen der Informations- und Begegnungsreise nach Sachsen
an den Bundespräsidenten und den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen

3. September 2012
 


Sehr geehrter Herr Bundespräsident!

Im Namen meiner Kollegen und Kolleginnen Botschafter bedanke ich mich bei Ihnen, Herr Bundespräsident, herzlich für die Einladung zu dieser Informations- und Begegnungsreise nach Sachsen - und danke zugleich den Mitarbeitern des Bundespräsidialamtes und des Auswärtigen Amtes, die als Reisebegleitung den reibungslosen Ablauf des Programms gewährleisten.

Ein herzliches Dankeschön geht auch an den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Herrn Stanislaw Tillich, und an seine Mitarbeiter sowie alle, die die heutige Begegnungs- und Informationsreise für uns zu einem kulturellen und wissenschaftlichen Ereignis von besonderem Rang haben werden lassen.

Herr Bundespräsident!

Ihre Einladung an das Diplomatische Corps zu dieser ersten Reise unter Ihrer Führung hat mich zugleich erstaunt und erfreut. Da Sie in Rostock geboren sind und als evangelischer Pastor in Mecklenburg tätig waren, hatte ich - zu Unrecht - vermutet, Sie würden uns - gleichsam wie ein Hirt seine Schafe - die besonderen Schönheiten Mecklenburgs kennenlernen lassen. Sie sind zwar Ihrer Vita treu geblieben, sofern wir bei dieser Fahrt Ostdeutschland besuchen, aber mit Sachsen haben Sie doch seinen äußersten Süden gewählt. Wir haben Kultur erlebt mit Museen und Musik, Wirtschaft mit dem Besuch der EADS Elbe Flugzeugwerke und Gastfreundschaft wie heute Mittag auf Einladung des Herrn Ministerpräsidenten im Albertinum und jetzt als Ihre Gäste hier auf Schloss Wackerbarth, wo uns zugleich die Geschichte dieses Landes lebendig begegnet. Denn vor nunmehr 350 Jahren wurde der Generalfeldmarschall August Christoph Reichsgraf von Wackerbarth geboren, der der Hauptberater des Kurfürsten August des Starken und sein Oberinspektor für das Bauwesen war. Nicht unerwähnt bleiben darf die hiesige Gastronomie, die Bestandteil der Kultur des Schlosses ist, das in einem berühmten Weinberg erbaut wurde.

All das, was wir erlebt haben, lässt uns erkennen, dass Sachsen und Deutschland trotz aller sozialen und wirtschaftlichen Probleme, die es sicher gibt, ihren eigenen Weg  gehen werden, ohne sich unter Druck setzen zu lassen. Sollen wir von einem Wunder sprechen, dem wir begegnet sind? Sicher kann ein Besuch uns, die wir in diesem Land als Diplomaten tätig sind, dazu führen, die Lebenskraft Deutschlands – zumal im östlichen Teil – zu bewundern.

Von uns allen, Herr Bundespräsident und Herr Ministerpräsident, ein herzliches „Vergelt´s Gott!“