13 01 26 Grußwort von Nuntius Périsset bei der Bischofsweihe von Prof. Dr. Rudolf Voderholzer in Regensburg

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Grußwort
des Apostolischen Nuntius,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei der Bischofsweihe und Amtseinführung von Prof. Dr. Rudolf Voderholzer
als Bischof von Regensburg

Hoher Dom St. Peter, 26. Januar 2013



Sehr geehrter, lieber Bischof Rudolf,
 

Wenn ich Ihnen die päpstliche Bulle überreiche, mit der Papst Benedikt XVI. Sie zum Bischof von Regensburg ernennt, damit Sie sie nach den kanonischen Normen dem Domkapitel und den Gläubigen, die Ihrer Hirtensorge anvertraut werden, zeigen, scheint mir zweierlei der Hervorhebung besonders wert zu sein:

Der erste Gedanke bezieht sich auf Ihre persönliche Beziehung zu Papst Benedikt XVI. als seinen Koordinator für die Sammlung und Herausgabe seiner theologischen Veröffentlichungen in gut sechzehn Bänden, eine Aufgabe, die schon fast übermenschlich scheinen könnte. Da das dafür geschaffene Institut seinen Sitz hier in Regensburg hat, wo Prof. Ratzinger auch seinen letzten Lehrstuhl innehatte und wo sich auch die Privatwohnung befindet, die er seinerzeit bewohnte, sind Sie ja schon mit der Ortskirche Regensburg vertraut – dank Ihrer Verbindung mit Ihrem Vorgänger, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Ihrem Doktorvater und Mentor.

Um die Theologie selbst geht es bei dem zweiten Gedanken, weil Sie als Bischof von Regensburg, lieber Bischof Rudolf, in der Nachfolge eines Mannes stehen, der als einer der größten Kirchenlehrer in die Geschichte eingegangen ist, des heiligen Albert des Großen, der wegen der Vielfalt der Wissenschaftsfelder, auf denen er sich bleibende Verdienste erworben hat – er war Philosoph, Theologe, Naturwissenschaftler und zudem Astronom – von der Nachwelt den Ehrentitel „doctor universalis“ erhielt. Papst Benedikt hat ihn vor nunmehr fast drei Jahren mit den Worten charakterisiert: „Der heilige Albertus Magnus besaß die Fähigkeit, diese Begriffe“ – es geht um die Aussagen der Theologie, die dem Menschen seine Berufung zur ewigen Freude zeigen – er besaß die Fähigkeit, diese Begriffe „auf einfache und verständliche Weise auszudrücken. Als echter Sohn des heiligen Dominikus predigte er gern vor dem Volk Gottes, das von seinem Wort und dem Beispiel seines Lebens ergriffen war“ (Generalaudienz am 24. März 2010).

Selig das Volk von Regensburg, das mit Ihnen und mit Ihren Priestern und Diakonen das Wort Gottes immer wieder zur Stärkung des Glaubens hören wird, um seinen Anteil an der Neuevangelisierung der Welt treu und kraftvoll wahrzunehmen. Dazu dient uns auch die Ermutigung des Apostels Paulus an seinen Schüler Timotheus, dessen Fest wir - zusammen mit dem des heiligen Titus – heute feiern: „Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung“ (2 Tim 4, 2).