13 03 16 Grußwort von Nuntius Périsset bei der Amtseinführung von Bischof Dr. Heiner Koch in Dresden

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Grußwort
des Apostolischen Nuntius in Deutschland,
Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset,
bei der Amtseinführung von Bischof Dr. Heiner Koch
als Bischof der Diözese Dresden-Meißen

Kathedrale Ss. Trinitatis zu Dresden, 16. März 2013



Sehr geehrter, lieber Herr Bischof Heiner,
 

die päpstliche Bulle, die Ihre Berufung auf den Bischöflichen Stuhl der Diözese Dresden-Meißen zum Inhalt hat, datiert vom 28. Januar und ist eine der letzten Bullen, die Papst Benedikt XVI. vor seinem Rücktritt unterzeichnet hat. Sie lässt Sie und uns alle die Beziehung zu der Ortskirche, die jetzt Ihrer Hirtensorge anvertraut wird – oder besser gesagt: die communio, in der Sie stehen –, im Licht des Glaubens besser verstehen.

Die Bulle ist eine Urkunde, die vom Nachfolger des heiligen Petrus ausgestellt ist, der vor seiner Berufung zum Jünger als Fischer auf dem See von Galiläa arbeitete und dem Jesus die Schlüssel des Himmelreiches verheißen und übergeben hat (vgl. Mt 16, 19). Die markanten Attribute des Bistumspatrons, des heiligen Benno von Meißen – ein Schlüssel und ein Fisch, die sich kreuzen –  sind in Ihrem bischöflichen Stab und Wappen eingegangen. Der Legende nach hatten zwei Domherren auf Geheiß von Bischof Benno die Kirchenschlüssel in die Elbe geworfen, um die Bischofskirche gegen den mit dem Kirchenbann belegten Kaiser Heinrich IV. zu schützen. Der Bischof fand sie bei seiner Rückkehr aus Rom – so wird berichtet – in einem Fisch, der ihm in einer Herberge vorgesetzt wurde.

Im Hinblick auf Ihre heutige Einführung als Bischof dieses Bistums gibt es einige Aspekte, die ins Auge fallen, ja, von manchen vielleicht als Omina gesehen werden:

- Zunächst: Wie der heilige Petrus - durch die Wahl von Papst Franziskus auf die Cathedra von Rom, die wir vor drei Tagen miterleben konnten, steht Petrus mit im Blick der Öffentlichkeit – so sind auch Sie ein Fischer, den Christus gerufen hat, Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen (vgl. Mt 4, 19). Petrus und Andreas haben ihre Netze verlassen, um ihre neue Aufgabe als Menschenfischer zu erfüllen, Sie haben für diese neue Seelsorge den mächtigen Rhein mit der eher etwas behäbig wirkenden Elbe vertauscht.

- Sodann: Die Schlüssel sind keine Hausschlüssel, sondern stehen für das dreifache Amt des Lehrens, des Heiligens und des Dienens, das der Oberhirte, dem die Verantwortung für alle Menschen im Bistum anvertraut ist, auszuüben hat – unterschiedlich nach ihrer Beziehung zur Kirche Christi: für Gläubige und Nichtglaubende, für Katholiken und Mitglieder anderer Kirchen, um ihnen in je unterschiedlicher Weise Hilfe zu sein auf ihrem Weg zu Christus, dem Erlöser.

- Ein Drittes schließlich erwächst aus der Identität des Petrus, der der Fels ist, der Grundstein der Kirche in und mit Christus. Benno – der Name ist eine Kurzform von Bernhard (der Starke, der Mutige) – war in seiner Zeit ein strenger Verteidiger und treuer Unterstützer des rechtmäßigen Papstes gegen Kaiser Heinrich IV., dessen Aussöhnung mit dem Papst er zuwege brachte. Für uns ist diese Haltung Bennos eine Erinnerung und zugleich eine Ermutigung und ein Ansporn, Fels im Glauben zu sein, indem wir mit dem Fels Petrus verbunden sind.

Selig sind Sie, lieber Bischof Heiner, dass Sie berufen sind, ein solches Amt in der Nachfolge des heiligen Benno anzutreten!

Selig sind Sie, Priester, Diakone, Ordensbrüder und –schwestern, ja, alle Gläubigen des Bistums Dresden-Meißens, dass Sie unter dem Doppelzeichen von Fisch und Schlüssel im Pastoralstab und Wappen Ihres Bischofs die Zusage haben, dass Gott Sie durch Ihren neuen Bischof in Ihren Glauben bestärken will.