17 08 27 Grußwort von Nuntius Eterovic zur Bischofsweihe von Mons. Prof. Dr. Peter Kohlgraf zum Bischof von Mainz

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Grußwort des Apostolischen Nuntius
Erzbischof Dr. Nikola Eterović,
zur Bischofsweihe des Bischofs von Mainz, 
Seiner Exzellenz Msgr. Dr. Peter Kohlgraf

Mainz, 27. August 2017


 
„Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1,14-15)
 
Eminenzen, Exzellenzen, 
liebe Priester, Diakone und Ordensleute, 
verehrte Vertreter der anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften,
sehr geehrte Repräsentanten aus Religion, Politik und Gesellschaft, 
liebe Brüder und Schwestern!
 
Mit diesen Worten beschreibt der Evangelist Markus den Beginn des öffentlichen Wirkens Jesu, indem er kurz den Umstand und den Inhalt seiner Verkündigung angibt. Jesus Christus hielt sich nicht an nur einem bestimmten Ort auf, sondern predigt gleichsam auf dem Weg das Evangelium Gottes. Der Inhalt der Verkündigung Jesu besteht aus vier Elementen: die Feststellung, daß die Zeit mit dem Kommen des fleischgewordenen Wortes erfüllt ist (vgl. Joh 1,14); daß im Herrn Jesus das Reich Gottes den Menschen nahe gekommen ist; daß sie sich bekehren sollen, indem sie ihr Verhalten ändern, das nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt, und die Umkehr im Glauben an das Evangelium ihren Ausdruck findet.
 
Exzellenz, verehrter Prof. Dr. Peter Kohlgraf, Sie haben als bischöflichen Wahlspruch gewählt „Das Reich Gottes ist nahe gekommen“, der aus dem Lukasevangelium genommen ist (Lk 10,9). Der Kontext der Aussendung der Jünger ist zu bedenken, doch auch hier braucht es die vier Elemente der Sendung des Herrn. Wie Jesus selbst und seine Jünger werden auch Sie in die Städte und Dörfer der Diözese Mainz gehen und besonders die Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen besuchen, wo Sie Zeit für die Priester haben werden, die Ihre engsten Mitarbeiter und Ratgeber des Bischofs (vgl. PO 7) sind. Sie haben die Aufgabe zu verkünden, daß mit dem Kommen Jesu Christi die Zeit erfüllt ist, so daß in der ernsten gegenwärtigen Zeit von jedem einzelnen die Entscheidung für Jesus und Sein Reich, das unter uns gegenwärtig ist, verlangt wird. Um dem in seiner Kirche anwesenden auferstandenen Herrn zu begegnen, vor allem in den Sakramenten und im Wort Gott, darf man nicht müde werden, alle aufzurufen, sich zu bekehren und an das „Evangelium Jesu, des Sohnes Gottes“ (Mk 1,1) zu glauben.
 
Als Vertreter des Heiligen Vaters in der Bundesrepublik Deutschland werde ich gleich die Ernennungsbulle dem Hochwürdigen Herrn Domdekan übergeben, die Papst Franziskus unterschrieben hat, nachdem Sie die Mitglieder des Domkapitels von Mainz zum Bischof dieses ehrwürdigen und verdienstvollen Bischofssitzes, des „Heiligen Stuhls von Mainz (sancta sedes Moguntina)“ gewählt haben. Vorher aber nutze ich die Gelegenheit, Ihnen und allen Gläubigen der geliebten Diözese Mainz die sehr herzlichen Grüße des Bischofs von Rom und Nachfolger des Heiligen Petrus, Ihres Namenspatrons, zu übermitteln, der „das immerwährende, sichtbare Prinzip und Fundament für die Einheit der Vielheit von Bischöfen und Gläubigen“ ist (LG 23).
 
Im Namen des Obersten Pontifex und Hirten der Universalkirche grüße ich in ganz besonderer Weise Seine Eminenz, den verdienten Kardinal Karl Lehmann, der dieser Feier der Weihe seines Nachfolgers vorsteht und der die Diözese Mainz fast 33 Jahre geleitet hat (02. Oktober 1983 bis 16. Mai 2016). Von Herzen sei Ihnen für all das Gute gedankt, das Sie in dieser Zeitspanne für die verehrte Mainzer Ortskirche geleistet haben. 
 
Ebenfalls danke ich dem Diözesanadministrator Prälat Dietmar Giebelmann für die Leitung der Diözese in der Zeit der Vakanz. 
 
Exzellenz, mit der päpstlichen Ernennung können Sie der 88. Nachfolger des Heiligen Bonifatius auf dem bischöflichen Stuhl von Mainz werden. Der Apostel der Deutschen hatte ihn acht Jahre inne, von 746 bis 754. Ihre bischöfliche Sendung vertrauen wir seiner Fürsprache an. Wir flehen den Patron Ihres Bistums, den Heiligen Martin, und alle Heiligen der Diözese (Willigis, Alban, Bardo, Rabanus Maurus, Hildegard von Bingen und viele mehr), um Fürbitte an. Besonders aber bitten wir die selige Jungfrau und Gottesmutter Maria um ihre Fürsprache, damit Sie, wenn sie sich der Führung des Heiligen Geistes überlassen, in guter und stets tieferer Weise das dreifache Amt ausführen können: „alle Völker zu lehren, die Menschen in der Wahrheit zu heiligen und sie zu leiten“ (CD 2).
 
Mit diesen Gedanken und im Namen von Papst Franziskus freue ich mich, die Ernennungsbulle in lateinischer Sprache zu übergeben.