17 12 06 Grußwort von Nuntius Eterovic beim Nikolausempfang

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Grußwort des Apostolischen Nuntius
Erzbischof Dr. Nikola Eterović
beim Nikolausempfang 
in der Apostolischen Nuntiatur
 
Berlin, 6. Dezember 2017
 

 
Exzellenzen, 
verehrte Mitbrüder im Priester- und Diakonenamt, 
sehr geehrte Ordensleute, 
liebe Brüder und Schwestern!
 
„Stärke unseren Glauben“ (Lk 17,5). 
 
Mit diesen Worten wenden sich die Apostel an den Herrn Jesus, denn sie wissen, daß sie ohne Glauben die Frohe Botschaft, die Jesus predigte und mit dem Beispiel seines Lebens bezeugte, letztlich nicht erfassen können. Darüber hinaus nehmen sie wahr, daß sie ohne Unterstützung im Glauben nicht als Jünger des Herrn zu leben imstande sind. Die Antwort des Meisters an die Zwölf bleibt immer gültig und spricht auch uns an, besonders in unserer säkularisierten Welt: „Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Entwurzle dich und verpflanz dich ins Meer! und er würde euch gehorchen“ (Lk 17,6). 
 
Die Heiligen sind Männer und Frauen des Glaubens. In der Kraft des Glaubens, jener Gabe des Heiligen Geistes, den der auferstandene Herr in Fülle ausgießt (vgl. Joh 3,34) und der eine freie Annahme verlangt, konnten die Heiligen große Werke vollbringen, indem sie ihr Leben dem Lob Gottes und der Liebe zum Nächsten geweiht haben, besonders zu den im materiellen und spirituell Sinne Armen. Diese Liebe übersteigt die Grenzen von Raum und Zeit und in der Gnade des auferstandenen und verherrlichten Herrn bleibt dies auch heute in der Kirche aktuell, vor allem in der Bitte um ihre Fürsprache. Ein leuchtendes Beispiel dieser Wahrheit bietet der Heilige Nikolaus von Bari, geboren in Myra in der heutigen Türkei. Er ist einer der überaus populären Heiligen in der christlichen Welt und wird im Osten wie im Westen verehrt, so daß sein Kult einen ökumenischen Wert hat. Das konnten wir in diesem Jahr erleben, als nach 930 Jahren eine Reliquie des Heiligen Nikolaus von Bari nach Moskau gebracht und dort in der Christus Erlöserkathedrale und danach für zwanzig Tage in St. Petersburg ausgestellt wurde. In dem kurzen Zeitraum von zwei Monaten, vom 21. Mai bis 29. Juli, haben etwa 2,5 Millionen Gläubige, einschließlich der politischen und kirchlichen Autoritäten Russlands, die Reliquie verehrt. Die ökumenische Reise der Reliquie des Heiligen Nikolaus nach Russland war eine der Früchte der Begegnung von Papst Franziskus und dem Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche Kyrill in Havanna auf Kuba am 12. Februar 2016. Die Gegenwart der sterblichen Überreste des Heiligen Nikolaus hat vielen geholfen, im Glauben an den gestorbenen und auferstandenen Herrn Jesus gestärkt zu werden, der gegenwärtig inmitten der Kirche auch durch das Zeugnis der Heiligen ist. 
 
Exzellenzen, liebe Freunde, ich danke Ihnen, daß Sie meiner Einladung in die Apostolische Nuntiatur aus Anlass des Gedenktages des Heiligen Nikolaus gefolgt sind, der mittlerweile zum Nikolausempfang geworden ist. Herzlich grüße ich Sie alle im Namen des Heiligen Vaters Franziskus, den ich die Freude habe, in der Bundesrepublik Deutschland zu vertreten. Gleichzeitig danke ich für den großherzigen Dienst, den Sie an verschiedenen Stellen in der Katholischen Kirche in Deutschland ausüben, insbesondere in der Erzdiözese Berlin, woher die Mehrzahl der hier Anwesenden kommt. Das Beispiel des Heiligen Nikolaus möge allen ein Anreiz sein, den Herrn zu bitten: „Stärke unsere Glauben“ (Lk 17,5), um sodann mit größerem Eifer Jesus Christus in der kirchlichen Mission, die jeder von Ihnen erfüllt, zu folgen. 
 
Der Gedenktag des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember fällt immer in die Zeit des Advents und passt in die Vorbereitungszeit auf das Hohe Weihnachtsfest. Daher möchte ich schon heute meine herzlichen Wünsche für eine Frohe Weihnacht ausdrücken. Es mögen Ihnen viele geistliche Gaben geschenkt werden und der Segen von Gott, dem Vater, Sohn und Heiligem Geist. Ich bitte Sie, diese Wünsche für eine gnadenreiche Weihnacht den Mitgliedern Ihrer Gemeinschaften und den Menschen, die Ihnen teuer sind, mitzunehmen. Die Feier der Geburt Jesu Christi in einer Grotte in Bethlehem möge für alle die Gelegenheit sein, den Glauben an den allmächtigen Gott zu stärken, der jedem von uns nahe ist, weil er ein Kind wird. 
 
Herzlichen Dank für Ihr Kommen und alles Gute für Ihren Weg, was ich mit den Worten des Herrn Jesus zum Ausdruck bringen möchte: „Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort! und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein.“ (Mt 17,20). 
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.