16 12 06 Grußwort von Nuntius Eterovic beim Nikolausempfang

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Grußwort des Apostolischen Nuntius
Erzbischof Dr. Nikola Eterović
beim Nikolausempfang 
in der Apostolischen Nuntiatur

Berlin, 6. Dezember 2016


 
Exzellenzen, 
verehrte Mitbrüder im Priester- und Diakonenamt, 
sehr geehrte Ordensleute, 
liebe Brüder und Schwestern!
 
„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist“ (Lk 6,36). Dieser Ausspruch im Lukasevangelium ist sehr bekannt geworden, als der Heilige Vater Franziskus ihn in der Kurzfassung „Barmherzig wie der Vater“ als Motto für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgewählt hat, das nunmehr beendet ist. Wir sind dem Bischof von Rom und Hirten der Universalkirche dankbar, dieses Jubiläum ausgerufen zu haben, währenddessen der dreieine Gott der Kirche und der ganzen Welt viele Gnaden und Gaben geschenkt hat. Das Heilige Jahr war eine gute Gelegenheit, das wahre Gesicht des guten und barmherzigen Gottes neu oder wieder zu entdecken, wie auch dafür, die Gläubigen zu ermuntern, Zeugen der Barmherzigkeit Gottes im kirchlichen und sozialen Umfeld, in welchem sie leben und arbeiten, zu werden. 
 
Das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ist beendet, aber die Botschaft von Gottes barmherziger Liebe, welche das Herz des Evangeliums reflektiert, bleibt immer aktuell (vgl. Apostolisches Schreiben Misericordia et misera). Wir können sie stets auf dem Angesicht Jesu Christi entdecken, dem Menschen und Gott, der das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Gottes ist (vgl. Kol 1,15), „mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk“(Lk 24,19). Auferstanden von den Toten schenkt er seinen Geist in Fülle (vgl. Joh 3,34), damit auch wir barmherzig wie sein und unser Vater werden. 
 
Die Heiligen zeugen davon, daß dieser Anruf Gottes durch seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus realisierbar ist. Das beweist in besonderer Weise der Heilige Nikolaus von Bari, geboren in Myra in der heutigen Türkei, im unruhigen Mittleren Osten. Sein ganzes Leben ist ein Ausdruck der Güte und Barmherzigkeit unseres Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Es genügt, an die Hilfe zu erinnern, die er einem armen Vater gewährt hat, deren drei Töchter in Gefahr waren, auf die schiefe Bahn zu geraten. Der Heilige Nikolaus hat dem armen Vater in der Nacht und im Verborgenen Geld zukommen lassen, damit sie regulär heiraten und ein aus menschlicher und christlicher Sicht würdiges Leben führen konnten. 
 
Exzellenzen, liebe Freunde, ich danke Ihnen, daß Sie in die Apostolische Nuntiatur in Berlin gekommen sind, dem Haus des Heiligen Vaters in der Bundesrepublik Deutschland. Im Namen von Papst Franziskus heiße ich Sie alle herzlich willkommen und danke Ihnen für ihren großherzigen pastoralen und kirchlichen Dienst in den verschiedenen Bereichen und Aufgaben, die Ihnen anvertraut sind. Bei dieser Gelegenheit ein besonderer Gruß an die Herren Pfarrer von Berlin, die zahlreich heute erschienen sind. Das Beispiel des Heiligen Nikolaus möge für alle ein Anreiz dafür sein, mit neuem Eifer Jesus Christus in seiner dreifachen Mission als Hirt, Prophet und Priester zu folgen. 
 
Der liturgische Gedenktag des Heiligen Nikolaus am 6. Dezember, in der Blüte des Advents, lässt uns der Nähe des Heiligen Christfestes gewahr werden. Daher wünsche ich von ganzem Herzen schon heute ein gnadenreiches und vom Herrn gesegnetes Weihnachtsfest. Mögen alle im Geheimnis der Weihnacht noch tiefer eindringen in die Barmherzigkeit Gottes und seine Gnade willkommen heißen, „denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus“ (Tit 2,11-13).