Grußwort von Nuntius Eterovic im Pontifikalamt zum Ende seiner Mission in der Bundesrepublik Deutschland
St. Hedwigskathedrale zu Berlin, 22. April 2026
Eminenzen, Exzellenzen!
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des kirchlichen, politischen, gesellschaftlichen und sozialen Lebens in Deutschland,
liebe Brüder und Schwestern!
Von Herzen möchte ich mich bei Ihnen allen bedanken, die mich während meiner Mission als Vertreter des Heiligen Stuhls seit dem Jahr 2013 unterstützt und mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. Mit dieser Eucharistiefeier gilt mein Dank dem dreieinen Gott, der mich bis hierher geführt hat. Es ist das Verdienst der Gnade des Heiligen Geistes, wenn ich heute den heiligen Apostel Paulus zitieren kann, der sagt: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue bewahrt“ (2 Tim 4,7).
Die Erfahrungen, die ich in und mit der Kirche in Deutschland nehme ich als einen vielgestaltigen Schatz mit in den neuen Abschnitt meines Lebens in meiner Heimat in Kroatien. Die Gläubigen hierzulande können mit Zuversicht Gott preisen und mit einem bekannten Lied singen: „Hat er nicht zu aller Zeit uns bisher getragen?“ (Singt dem Herrn ein neues Lied, 2. Strophe). So ist die Großherzigkeit der deutschen Katholiken ungebrochen. Obwohl ihre Zahl in den letzten mehr als zwölf Jahren stark abgenommen hat, sind sich die Diözesen in Deutschland ihrer Verantwortung für die Weltkirche bewusst und helfen, so gut sie können, die Weitergabe des Glaubens, die Förderung des Menschlichen und die soziale Gerechtigkeit zu unterstützen.
In meiner Zeit in Berlin habe ich die alte Sankt Hedwigskathedrale erlebt, sodann während der Bauphase St. Josef im Wedding und nunmehr im zweiten Jahr die neu gestaltete Kathedrale dieses verehrten Erzbistums, in dem ich mich zuhause gefühlt habe. Vor einigen Jahren hatte ich gesagt, dass das Deutsche wie ein Dreiklang klingt: kritisch, gründlich, pünktlich. Ich denke, es gibt einige Veränderungen, vor allem, wenn es um das Gründliche und Pünktliche geht. Die Gestaltung dieser Kathedrale spiegelt das Erhabene und das Einfache wider. Nichts Irdisches soll uns bei der Suche nach Gott aufhalten. Unsere Seelen sollen sich zu IHM erheben, der uns geschaffen und erlöst hat und uns zur Vollendung führen will. Ein wichtiger Dienst, der genau dieses Bestreben unterstützt, hat in Deutschland eine lange und reiche Tradition: die Kirchenmusik. Nicht umsonst gehören die reiche Orgellandschaft und das großartige Chorwesen zum Schönsten des kulturellen Welterbes. Bei der Musik ist ein Grundgedanke bei der neuen Konzeption dieser Berliner Kathedrale leitend, nämlich die Communio bei der Gestaltung der Liturgie. Und das neue Rund des Raumes macht einen Satz von Papst Benedikt sichtbar: „Wer glaubt, ist nicht allein!“
Am Ende meines Dienstes denke ich an die vielen Reisen und Begegnungen in den siebenundzwanzig Diözesen in Deutschland. Bei der Neubesetzung von insgesamt 21 Bischofsstühlen habe ich als Vertreter von Papst Franziskus und des Heiligen Vaters Leo XIV. mitgewirkt. Die Gesamtzahl der zu meiner Zeit bestellten Bischöfe liegt bei 41. Ich danke allen bischöflichen Mitbrüdern und stellvertretend für sie dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz und neuernannten Bischof von Münster, S.E. Mons. Dr. Heiner Wilmer, für alle Unterstützung und Hilfe, auch durch das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Vergelt’s Gott!
Liebe Schwestern und Brüder! Meine Sendung gründet sich im Herrn Jesus. Und so möchte ich zum Schluss mit den Worten des Völkerapostels bitten und wünschen: „Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Eckstein ist Christus Jesus selbst. In ihm wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn“ (Eph 2,20-21). Was mich betrifft, so will ich der Aufforderung des Herrn Jesus an seine Jünger folgen und mit innerer Gelassenheit sagen: „Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan“ (Lk 17,10). Beten Sie für mich, und ich verspreche Ihnen, Sie und Ihre Anliegen auf die Fürsprache der heiligen Gottesmutter vor den dreieinen Gott zu bringen, der Deutschland und die Ortskirchen in diesem Landes segnen möge.
Auf Wiedersehen! Gelobt sei Jesus Christus!
