Grußwort von Nuntius Eterovic am Weihnachtstag

St. Hedwigskathedrale zu Berlin, 25. Dezember 2025

Exzellenzen,

verehrter Herr Erzbischof Dr. Heiner Koch,

liebe Brüder und Schwestern!

Es ist mir eine große Freude, Ihnen am heutigen Weihnachtstag alle guten Wünsche für ein gnadenreiches Fest zu übermitteln. In dieser Weihnachtszeit werden wir noch hören, dass durch den himmlischen Vater ein wunderbarer Tausch vollzogen worden ist: „dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfangen in Christus dein göttliches Leben“ (Weihnachtspräfation III). In diese Wechselwirkung des Werdens und des Empfangens sollen wir unser christliches Leben gestalten, wo wir Zeugnis geben sollen von der Liebe Gottes und dem göttlichen Willen, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1 Tim 2,4). Ich wünsche daher eine erneuerte Dynamik beim Werk der Evangelisierung, die vor allem durch das Leben geschieht und nur, wo es nötig ist, mit Worten.

In diesem Jahr am 08. Mai 2025 wurde der Heilige Vater Leo XIV. zum Bischof von Rom und Hirten der Universalkirche gewählt. Mitten im Heiligen Jahr des Jubiläums 2025 hat er seine so wichtige Mission in Kirche und Welt begonnen und seither immer wieder das Leitwort dieses Jubiläums mit Leben erfüllt, dass wir nämlich alle Pilger der Hoffnung sind. Unsere Hoffnung wird angesichts der Situation in der Welt erschüttert, wenn wir nur an die vielen Kriege, die Gewalt, den Terror und die vielen Vertreibungen denken. Fast vier Jahre leiden die Menschen der Ukraine und damit mitten auf unserem geliebten Kontinent Europa unter einem Angriffskrieg. Daher wollen wir uns die Mahnung von Papst Leo XIV. zueigen machen und „zuerst auf Jesus zu schauen, auf seine Menschlichkeit, auf sein Reich, in dem Blinde wieder sehen, Lahme wieder gehen und den Armen das Evangelium verkündet wird (vgl. Mt 11,5), und uns daran zu erinnern, dass solche Wunder zwar manchmal durch ein außergewöhnliches Eingreifen Gottes geschehen, häufiger aber uns anvertraut sind, unserem Mitgefühl, unserer Aufmerksamkeit, unserer Weisheit und der Verantwortung unserer Gemeinschaften und Institutionen“ (Predigt, Petersdom, 14. Dezember 2025).

In diesem Sinne wünsche ich von Herzen frohe Weihnachten!

 

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